DAS FLAIR ANTIKER TEPPICHE

OMAR BESIM IM GESPRÄCH

 

Jedes Stück erzählt seine eigene Geschichte. Antike Teppiche sind älter als 100 Jahre und gelten als hochwertige Kunstwerke. Teppichexperte Omar Besim sieht im Teppich vor allem die Grundlage gemütlichen Wohnens.

  Foto © Sabine Klimpt

Foto © Sabine Klimpt

Im Zusammenhang mit Orient-Teppichen heißt es sehr häufig "antiker Teppich". Wann dürfen Teppiche als antik bezeichnet werden?

Für die Einteilung des Alters der Teppiche gibt es eine genaue Richtlinie welche International gilt. 

Diese lautet wie folgt:

0 - 25 Jahre: Neu

25 - 50 Jahre: Semialt

50 - 75 Jahre: Alt

75 - 99 Jahre: Semiantik

ab 100 Jahre: Antik

Was macht einen Teppich außerdem wertvoll?

Ein alter oder antiker Teppich muss natürlich, um wertvoll zu sein, einige wesentliche Kriterien erfüllen. Der Erhaltungszustand ist ganz wichtig. Ist der Teppich stark abgetreten kann man diesen kaum noch reparieren. Ein Loch oder Riss ist da nicht so wesentlich, da man dies gut restaurieren kann. Dann kommt natürlich das Ursprungsland, Muster, die Farben und die Nachfrage und Angebot am internationalen Markt zu tragen. Preise von antiken oder historischen Stücken werden heute von den weltweiten Aktionshäusern bestimmt. Ich beobachte täglich welche Art der Teppiche hoch oder nieder im Kurs sind. Das ist fast wie am Börsenmarkt. Zum Beispiel antike Teppiche mit chemisch gefärbter Wolle erzielen einen weit geringeren Wert, als Stücke die rein mit naturfarben gefärbt wurden. Die chemische Farbe gibt es seit 1883 und wurde zur Weltausstellung in London das erste Mal präsentiert. Das heißt, dass Teppiche die über hundert Jahre sind solche Färbungen haben können. Um dies festzustellen braucht man einen Fachmann, oder man kann die Wolle chemisch untersuchen lassen. Der Vorteil eines antiken Teppich ist, dass man immer ein Geld dafür bekommt. 

Orientteppiche erleben derzeit gerade ein Comeback. Woran liegt das? Wofür steht ein Teppich heute?

Ja das stimmt. Der Trend zum sterilen und spärlichen einrichten ist beim ausklingen. Man möchte es wieder gemütlich und heimelig haben. Genau das bringt ein Teppich ins Eigenheim. Wenn man die Einrichtungsmagazine durchblättert sieht man viel Teppich, was vor 2 Jahren noch nicht so war. Egal ob antik, klassisch oder modern. Man geht wieder zum „Cokooning“ zurück. Das ist sicher ein großer Vorteil für den Orientteppich. Ein Teppich ist auch ein 100% Naturprodukt. Er besteht entweder aus Schafwolle, Baumwolle oder Seide. Also absolut nichts schädliches. Der Teppich steht heute für Gemütlichkeit, Wärme und Behaglichkeit. Er verschönert mein Zuhause. Ohne einen Teppich ist der Raum unfreundlich und kalt.

 

Bei Orient-Teppichen fallen oft die kräftigen Farben auf. Wie werden die so leuchtend und kräftig?

Bei den Farben muss man einiges wissen und unterscheiden. Handelt es sich um einen alten oder antiken Teppich, haben sich die Farben aufgrund der Benützung und des mehrmaligen waschen verändert. Meist sind sie strahlend und leuchtend wegen der Patina. Bei neuen Teppichen kommt es auf die Einfärbung der Wolle an. Wird die Wolle mit teuren Naturfarben gefärbt oder mit günstigen Chemiefarben. Naturfarben sind meist harmonisch in der Abstimmung, da es nur drei Farbtöne gibt. Dies sind Rot, Blau und Gelb. Alle anderen Töne werden aus diesen drei Farben zusammengemischt. Bei der chemischen Farbe gibt es natürlich viel mehr Varianten. Dadurch ist es viel schwerer die richtigen Farbtöne zu finden, damit es ein harmonisches Bild gibt. Die Färbung selbst hat aber mit der Haltbarkeit nichts zu tun. Da ist die Wolle ausschlaggebend. Eines ist klar, für eine teure und hochwertige Wolle werden auch teure und hochwertige Färbemitteln verwendet und genauso umgekehrt. 

 Moderne trifft auf Tradition 

Moderne trifft auf Tradition 

 Adil Besim Teppichwelt Am Graben

Adil Besim Teppichwelt Am Graben

 Woran kann man als Laie einen echten Orientteppich erkennen?

Ein echter handgeknüpfter Teppich hat einen Knoten. Entweder einen symetrischen oder assymetrischen den man nur schwer aus dem Gerüst des Teppichs herausziehen kann. Ebenfalls hat ein handgeknüpftes Stück eine durchgehende Kette welches die Fransen bildet. Einen Maschinteppich werden die Fransen mit einer Borte aufgenäht. Eigentlich wirklich leicht zu erkennen.

Welches sind heute die wichtigsten Exportländer von Orientteppichen?

In Österreich werden Teppiche sehr wenig exportiert, da Ausländer kaum Stücke kaufen. Das liegt daran, dass der Käufer Teppiche gerne zu Hause ausprobieren und studieren möchte. Allerdings kommen immer mehr Käufer aus den angrenzenden Ostländern wie Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Auch Russen sind immer häufiger Teppichkäufer.   

Über Orient-Teppiche gibt es sicher noch viel mehr Interessantes zu erfahren. Gibt es etwas, das Ihnen noch besonders wichtig ist?

Wer sich einen handgeknüpften Teppich kaufen möchte sollte immer in ein Fachgeschäft gehen und sich beraten lassen. Man kauft sich ja nicht jeden Tag einen Orientteppich. Dieser sollte auf jeden Fall zu Hause ausprobiert werden. Das wichtigste ist, dass man mit seinen erworbenen Stück viel und lange Freude hat.

Was finden Interessierte in Ihrem Geschäft am Graben?

In erster Linie findet man handgeknüpfte Teppiche. Moderne Arten welche ich in Nepal fertigen lasse. Diese heißen Cassida for Omar Besim. Dann natürlich neu Stücke mit klassischem Design, die aber an den heutigen Einrichtungstrends farblich als auch mustermäßig angepasst werden. Eine große Auswahl an antiken und historischen Stücken für Leibhaber und Sammler gibt es auch. Neu im Programm sind Wohnaccessoires, Pölster, Plaids und Schmuck. 

 

 

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