ZERTIFIZIERTER LUXUS

Ein Besuch in der Manufaktur CHOPARD

 

 PRÜFUNGSANGST kennt man im Hause Chopard nicht. Die Uhrenmanufaktur, die auch für atemberaubende Schmuckkreationen bekannt ist, steht seit mehr als 150 Jahren für handwerklichesKönnen und technische Kühnheit. Ein neues Tourbillon, L.U.C Triple Certi!cation, erregt derzeit international Aufmerksamkeit. Ist es doch der erste Zeitmesser, der die drei anspruchvollsten Auszeichnungen der Schweizer Uhrmacherei erhalten hat. So wurden die zwölf Kriterien des 1886 eingeführten Genfer Gütesiegels ebenso erfüllt wie die strengen Ganggenauigkeitsprämissen des Prü!nstituts COSC. Sozusagen die Krönung folgte mit der relativ jungen Auszeichnung der "Fondation Qualité Flerurier". Die unabhängige Kontrollinstanz wurde 2004 auf Initiative mehrerer Uhrmacher aus dem Val-de-Travers gegründet und vergibt ihr Siegel nicht nur an Uhren der Region. Eine der Bedingungen, die hierfür zu erfüllen sind, ist der Chrono!able-Test. Er setzt die Uhr innerhalb von drei Wochen einem sechsmonatigen Alterungsprozess aus, der Haltbarkeit, Stoßfestigkeit und Wasserfestigkeit überprüft. Im »Fleuritest« zeigt sich mittels Simulation das Trageverhalten am Handgelenk innerhalb von 24 Stunden. Dass das L.U.C Triple Certi!cation Tourbillon diese und weitere ästhetische Anforderungen bestanden hat, ist ein Verdienst der Chopard-Manufaktur in Fleurier und des ungebremsten Innovationsgeistes der heutigen Eigentümerfamilie Scheufele. DIE PHILOSOPHIE und Entwicklung des Unternehmens ist von Familiensinn geprägt. Strategische Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Auch bei der Modernisierung des Standorts in Fleurier war man sich einig: Sie ist ein weiterer Schritt in Richtung vertikale Organisationsstruktur. Karl-Friedrich Scheufele ist ständig bestrebt, die Abhängigkeit von Lieferanten zu minimieren. »Wir fertigen nahezu alles selbst, von den Gehäusen bis zu den Armbändern. « Das hat dem Unternehmen Expertenwissen in vielen Bereichen eingebracht. 45 Handwerksberufe – von Ingenieuren und CNC-Mechanikern über Prototypisten, Designer und Goldschmiede bis zu Uhrmachern, Werkzeugmachern, Schleifern und Metallgießer – sind vertreten. Selbst ein eigenes Ausbildungszentrum wurde 1994 gegründet, das im neuen Gebäude weitläufige Schulungs-räumlichkeiten erhält. Wie viel Können die Uhrmacherei erfordert, wird uns Journalisten schlagartig klar, als wir uns an der Perlage versuchen dürfen. Keine Spur von kunstvoller Dekoration durch konstante Druckausübung per Hebel. Ein Profi hingegen verziert eine Seite der Platte mit 1.200 Kreisen in 15 Minuten!

Neben dem Know-how im Bereich Traditionshandwerk sind es vor allem die neuen Maschinen, oftmals Prototypen, und umweltfreundliche Recycling-Abläufe, die beeindrucken. Im 2006 eröffneten Museum L.U.C.EUM gelingt der Sprung in die Vergangenheit anhand der Kunstwerke verschiedener Uhrmacherdynastien der letzten Jahrhunderte.

WWW.CHOPARD.COM

 

Fotos: © Chopard



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