Das Mädchen mit den pinken Haaren. FERNANDA LY
Das LOUIS VUITTON-Mädchen im Interview. 

   Fernanda Ly     Fotos:  ©  Hadar Pitchon

Fernanda Ly  Fotos: © Hadar Pitchon

  Notre Dame de Paris: Paris, France    Illustrationen:  ©  CNN Style_Anastasia Beltyukova

Notre Dame de Paris: Paris, France  Illustrationen: © CNN Style_Anastasia Beltyukova

  Morimoto Restaurant von Tadao Ando: New York

Morimoto Restaurant von Tadao Ando: New York

Wenn ein Mädchen mit pinken Haaren den Raum betritt, kann man sie kaum ignorieren. Wenn man dann noch bedenkt, dass das besagte Mädchen ein schlankes Model ist, das sich wie ein Anime Charakter kleidet, wird das Wegschauen noch schwieriger. 

Der Hingucker, um den es hier geht, ist das chinesisch-australische Model Fernanda Ly. Ein neues Gesicht in der Branche, über das im vergangenen Jahr viel gesprochen wurde und das die Seiten der amerikanischen, britischen, italienischen, japanischen und australischen Vogue sowie Indie-Modemagazine wie Dazed, i-D, Love und Self-Service schmückte. 

Wenn es allerdings um Laufstege und Kampagnen geht, hat Ly ihren Spitznamen einer Marke zu verdanken: Louis Vuitton. „Ich denke, dass man mich momentan das ‚Louis Vuitton Mädchen‘ nennen kann, weil die jetzige Kollektion irgendwie von mir inspiriert wurde – was ich etwas merkwürdig finde”, berichtet Fernanda Ly im Interview mit CNN Style. 

Louis Vuittons Creative Director Nicolas Ghesquière hat sein Möglichstes dazu beigetragen, dass Ly nicht in die Nähe anderer Designer kommt: Er hat sie exklusiv für die Herbst-Winter Saison 2015 und die Frühling-Sommer Kollektionen und Kampagnen gebucht. 

Und tatsächlich erinnert die gesamte Kollektion an Fernanda Ly: Es ist eine Mischung aus Futurismus, Anime und knallpinken Akzenten. 

Im Interview spricht das Model über ihre Liebe zu Manga und Japan, über Mode und ihre Lieblings-Gebäude. 

„Nicolas interessierte sich sehr für die japanische Kultur und Architektur. Ich denke, das erkennt man nun auch an den Materialien und der Struktur seiner neuen Kollektion“, so Ly. „Es ist wie ein glücklicher Zufall.“ Architektur scheint das gemeinsame Momentum von Model und Designer zu sein. 

Als Fan der Gotik-Erhabenheit und des japanischen Minimalismus studierte Ly bis September 2014 an der University of Technology in Sydney. Nun nahm sie eine Auszeit, um sich dem Modeln zu widmen. 

„Ich mache einen Bachelor im Innendesign. Aber ich interessiere mich auch sehr für Architektur und Landschaftsarchitektur. Ich finde es spannend, wie Menschen mit dem Raum in Interaktion treten, die Idee von Architektur als soziale Äußerung gefällt mir.“ Auch wenn das Model ihr künstlerisches Studium nun unterbrochen hat, widmet sie sich nun dennoch einer anderen kreativen Disziplin. „Jede kreative Arbeit verfolgt das gleiche Ziel: Es geht immer um Personen, die das kreative Produkt nutzten. Also gehen in diesem Sinne Kleidung, Mode, Gebäude und Architektur Hand in Hand“, erklärt Ly. 

 

Das architekturbegeisterte Model führt sie uns durch ihre Lieblingsgebäude: 

Notre Dame de Paris: Paris, France

„Die Notre Dame Kathedrale war das erste Gebäude, das mich angefixt hat. Ich habe in der High-School eine Arbeit darüber geschrieben und war begeistert, dass der Glaube an Gott, Menschen zu solch einem architektonischen Meisterwerk anspornt. Danach habe ich für mich entdeckt, dass Architektur mehr ist als nur schöne Gebäude. Es kann ein Ausdruck von etwas sehr Tiefgründigem sein. 

Als ich letzten März für Louis Vuitton das erste Mal in Paris war, bin ich in meiner Freizeit sofort zu Notre Dame gelaufen und habe mir die Kirche eine ganze Stunde lang angeschaut.“ 

Das Gebäude live zu sehen war für mich der Wahnsinn. All diese kleinen Details, die Ornamente – alles handgearbeitet und ohne modernes Werkzeug.“ 

St. Mary Kathedrale von Kenzo Tange: Tokyo, Japan

„Notre Dame und Kenzo Tanges Kathedralen wurden aus dem gleichen Grund gebaut. Aber sie repräsentieren unterschiedliche Epochen und Stile der Architektur. Bei den gotischen Gebäuden hat alles eine Bedeutung. Beim Brutalismus sind alle Gebäude leer und diese Leere sagt alles aus. Das zeigt uns, wie Architektur unterschiedliche 

Epochen widerspiegelt und wie sie die Einstellungen der Gesellschaft repräsentiert. 

Viele Menschen mögen keine brutalistischen Gebäude. Für sie sind es einfach nur gigantische Betonblöcke. Aber ich finde ihre Leere und Einfachheit schön – aber nur wenn es auch gut gemacht ist. Die Universität, in der ich studiere, ist ein solches brutalistisches Gebäude, aber leider kein schönes.“ 

Church of the Light von Tadao Ando: Osaka, Japan

„Tadao Ando ist mein Lieblingsarchitekt. Ich mag es, wie er gegensätzliche Konzepte und Rohstoffe verbindet. Er verwendet meine Lieblingsmaterialien – Beton, Glas und Licht. Er nimmt die Schwere des Betons und macht daraus etwas Helles und Leichtes, etwas Elegantes.“ 

Morimoto Restaurant von Tadao Ando: New York, New York

„Letztes Jahr war ich in einem japanischen Restaurant in Chelsea. Damals wusste ich nicht, dass es von Tadao Ando designt wurde. Das einfache schwarze Äußere, die auffälligen Glasinstallationen und drinnen dann das schöne warme Holz. Diese Kombination hat die Einfachheit der japanischen Kultur und der japanischen Kulinarik perfekt widergespiegelt. 

An der Uni haben mich immer Konzepte interessiert, die Bewegung ausstrahlten, obwohl sie sehr statisch waren. Diese beiden sich gegenüberstehenden Konzepte – Bewegung und Statik sowie Dunkelheit und Licht – entsprechen sehr meinem Stil.“ 

Bridge of Aspiration von Wilkinson Eyre Architects: London, England

„An der Bridge of Aspiration, die sich an der Royal Ballet School befindet, wurde das sehr schön eingehalten. Diese Drehungen sind sehr schön. Einfach und doch so clean und einzigartig.“ 

Optical Glass House von Hiroshi Nakamura & NAP: Hiroshima, Japan

„Das Optical Glass House ist eine wunderschöne Oase inmitten in einer sehr geschäftigen Stadt. Sie zeigt wie chaotisch Downtown Hiroshima wäre. Es strahlt eine Ruhe und Natürlichkeit aus. Denn so wie das Licht in das Gebäude eindringt, ist einfach unglaublich. 

Das geht zurück zu den Zen Meistern, die in der japanischen Kultur eine sehr wichtige Rolle spielen. Alles ist clean und einfach. Sie haben nichts verkompliziert. Es ist sehr traditionell auf der einen Seite, auf der anderen aber auch sehr modern.”

 Das Interview führte CNN Style Produzentin Allyssia Alleyne

 

 

 

 

EDITION.CNN.COM/STYLE

© CNN International


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