GEFÜHLSWELTEN - DIE SALZBURGER FESTSPIELE 2014

 Jedermann (Cornelius Obonya) und seine Buhlschaft (Brigitte Hobmeier) gieren nach Lust und Leben. Der Teufel (Simon Schwarz) funkt dazwischen.   Fotos: © Josef Fischnaller / Luigi Caputo

Jedermann (Cornelius Obonya) und seine Buhlschaft (Brigitte Hobmeier) gieren nach Lust und Leben. Der Teufel (Simon Schwarz) funkt dazwischen.  Fotos: © Josef Fischnaller / Luigi Caputo

HOFMANNSTHAL SCHRIEB sein Mysterienspiel »Jedermann« 1911, nur drei Jahre vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Es war die Zeit einer fortschrittsbesessenen Elite, die den Siegeszug der technischen Entwicklung, der Wissenschaft und Wirtschaft feierte und sich durch den mittelalterlichen Begriff der „Vanitas“ den Spaß nicht verderben lassen wollte. Doch Hofmannsthals Blick in die Vergangenheit stellt sich als durchaus prophetisch heraus: Hedonistisch und gierig, mit Bauvorhaben, Affären, Feiern und Finanzen beschäftigt, wird Jedermann auf dem Höhepunkt seines Lebens vom Tod heimgesucht. Endlichkeit und Ewigkeit, Verdammnis und Erlösung heißen plötzlich die Fragen, denen er sich zu stellen hat. Demütig muss er sich einer höheren Macht beugen und »nackt und bloß« zu Grabe gehen. Für die fulminante Neuinszenierung des »Jedermann«, ein großer Erfolg des letzten Jahres, übernahmen der englische Bühnenbildner und regisseur Julian crouch sowie der amerikanische Theaterregisseur Brian Mertes gemeinsam die Regie. 

In der Titelrolle ist der in Wien geborene Cornelius Obonya zu sehen; er entstammt einer berühmten Schauspielerdynastie, seine Eltern sind Elisabeth Orth und Hanns Obonya, seine Großeltern mütterlicherseits waren Paula Wessely und Attila Hörbiger. Die Buhlschaft an Jedermanns Seite gibt die gebürtige Münchnerin Brigitte Hobmeier.

SIMON SCHWARZ ist der Teufel zumindest wieder einen Sommer lang. Dabei beweist der Star aus Film und Fernsehen, dass er die diabolischen Facetten seines Könnens virtuos einsetzen kann. 

 Grandiose Stimmen: Lenneke Ruiten als Donna Anna, Ildebrando D’Arcangelo in der Titelrolle und Luca Pisaroni als Leporello stehen im Spannungsbogen zwischen Grenzenlosigkeit und moralischer Ordnung.   Fotos: © Marco Borggreve / Uwe Arnens/DG / Victor Thomas

Grandiose Stimmen: Lenneke Ruiten als Donna Anna, Ildebrando D’Arcangelo in der Titelrolle und Luca Pisaroni als Leporello stehen im Spannungsbogen zwischen Grenzenlosigkeit und moralischer Ordnung.

Fotos: © Marco Borggreve / Uwe Arnens/DG / Victor Thomas

MIT MOZARTS »Don Giovanni«, die 2014 als Neuproduktion zu sehen und zu hören ist, setzen Regisseur Sven-Eric Bechtolf und der musikalische Leiter Christoph Eschenbach ihren Mozart/Da- Ponte-Zyklus fort. Zu hören sind brillante Künstler wie Lldebrando d’Arcangelo, Genia kühmeier, Anett Fritsch, Andrew Staples und Luca Pisaroni. »Don Giovanni« hat es schwer, in einer tabu- und schamlosen Zeit verstanden und inszeniert zu werden. regisseur Sven bechtolf: »Don Giovanni ein romantischer Held von metaphysischen Dimensionen. Sören kierkegaard begriff ihn als eine Ur-Gewalt, dem Eros oder Dionysos verwandt. Anders gesagt, die oper »Don Giovanni« ist, wenigstens auf der Bühne, auf eine Welt angewiesen, die der Sexualität ihren respekt durch unterdrückung erweist und sie nicht durch pervertierte Liberalität und ökonomisch bedingte Tabulosigkeit entwertet.« 

Und: »Die Freiheit, nach der es Giovanni dürstet, hat mit dem bürgerlichen Freiheitsethos und der bürgerlichen Freiheitsverwahrlosung unserer Tage nichts zu tun, sie streift sie nur. Sein Verlangen ist die Grenzenlosigkeit. Dagegen steht eine Welt der strengen Einteilung und ordnung, der unüberbrückbaren Klassen- und Standesunterschiede, der Moral und der Religion, deren Verdrängungsprozesse erst durch die Begegnung mit Giovanni sichtbar werden«, beschreibtBechtolf seinen Zugang. »Da uns nichts mehr heilig ist, ist uns auch nichts unheilig. Viva la libertà!«


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