Leibovitz präsentiert eindrucksvolle Portraits starker Frauen, Foto: © CNN International / Talk Asia

Hinter der Linse mit John Lennon

Auf Tuchfühlung mit Ikonen

ANNIE LEIBOVITZ - CNN-Talk Asia trifft die Top-Fotografin

Mit einem Portfolio, das Queen Elizabeth II, Malala Yousafzai und John Lennon umfasst, ist Annie Leibovitz eine der erfolgreichsten und bekanntesten Fotografinnen. Ihre Werke finden weltweit Anerkennung und werden wiedererkannt. 
In der CNN-Show „Talk Asia“ hat die Ikone der Fotografie mit Moderatorin Kristie Lu Stout in Hongkong im Vorfeld ihrer Ausstellung WOMEN gesprochen. 
Unter ihren zahlreichen Arbeiten nehmen starke Frauen eine ganz besondere Rolle ein. Vor über 15 Jahren begann sie das Projekt mit einer Fotoserie in Zusammenarbeit mit ihrer engen Vertrauten, Autorin Susan Sontag, im Jahr 1999. In der aktuellen Ausstellung kombiniert sie alte und neue Aufnahmen von einigen der versiertesten Frauen weltweit. Portraitiert werden von der pakistanischen Aktivistin Malala Yousafzai über die burmesische Politikerin Aung San Suu Kyi bis zur Facebook-COO Sheryl Sandberg auch Showgirls, Lehrerinnen oder Arbeiterinnen im Bergbau. 
Die Bedeutung ihrer Bilder hatte ihre Vertraute Susan Sontag stets in das Gewand der Sprache gekleidet, bevor die Autorin 2004 an Leukämie starb. Mit Gloria Steinem hat Leibovitz eine Schriftstellerin und Aktivistin gefunden, die Sontags Arbeit ergänzt. „Bei der Vernissage in London habe ich Susans Gegenwart definitiv gespürt. Ich denke, dass Sie sehr stolz wäre“, so die Fotografin. Zu Beginn war die Mutter dreier Töchter kein Freund der Idee: „Ich dachte, es wäre, wie das Meer oder den Ozean zu fotografieren, ohne den richtigen Dreh rauszubekommen.“ Im Nachhinein sind dabei einige ihre meist gelobten Arbeiten entstanden.
Doch ein Thema, das ihre Arbeit als Fotografin tagtäglich beeinflusst, ist die Frage nach der Legitimation von digitaler Retusche. „Wenn ein Bild so stark bearbeitet wird, dass man den Fotografierten nicht mehr erkennt, ist es falsch“, so Annie Leibovitz. 
Jedoch ist sie auch der Meinung, dass man sich entspannen müsse, was das Thema angeht. Ein gewisser Grad an digitaler Nachbearbeitung gehört zum Berufsbild des Fotografen dazu. Was soziale Netzwerke wie Instagram betrifft, hält sich die gefeierte Fotografin allerdings zurück: „Ich habe mir Amy Schumers Instagram-Account angeschaut und finde ihn großartig, es ist aber auch ein Vollzeit-Job. Ich habe den Anspruch, alles, was ich mache, gut zu machen.“ 
Dieser Anspruch spiegelt sich in ihren Arbeiten wider: vom berühmten Rolling Stones-Cover von John Lennon und Yoko Ono bis zu Caitlyn Jenners erstem Portrait als Frau in der Vanity Fair. „Eigentlich sollte ich nur John fotografieren, aber er bestand darauf, dass Yoko ebenfalls auf das Cover kommt. Dabei ist dieses unheimlich starke Bild von den beiden entstanden: Yoko komplett bekleidet neben dem nackten John. Am selben Tag wurde er ermordet“, sagt Leibovitz zu dem legendären Cover, mit dem sie immer wieder in Verbindung gebracht wird.

 

 

EDITION.CNN.COM/STYLE

© CNN International



KEINE TRENDS VERPASSEN !