KUNST & KULTUR

Fotos: © MAT HENNEK/DG

 

CHRISTIAN THIELEMANN

Eine neue Ära hat Christian Thielemann heuer bei den Salzburger Osterfestspielen eingeleitet. Er dirigierte und präsentierte mit der Sächsischen Staatskapelle ein neues Programm. Den eindrucksvollen Auftakt machte 2013 die Neuinszenierung von Richard Wagners Oper »Parsifal«. »Besonders freut mich natürlich, dass im Wagner-Jahr 2013 erneut Parsifal im Fokus stehen wird – mit jenem Orchester im Graben, das Wagner einst selbst leitete und als seine Wunderharfe bezeichnete.« Thielemann gab bekannt, dass er plane, das Programm »wohltuend davon abzusetzen, was man bisher gesehen hat«. Der neue künstlerische Leiter setzt auf eine Mischung aus Bewährtem und Neuem. So etwa hat er die Tradition des geistlichen Karfreitag-Konzerts neu belebt. Dieser Philosophie folgend steht das »Deutsche Requiem« von Johannes Brahms auf dem Programm. Die Schwerpunkte des Konzertprogramms 2013 bilden die Werke der drei Komponisten Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Hans Werner Henze. Eine weitere Neuerung im Programm ist das »Konzert für Salzburg«. Dieses zusätzliche Konzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden außerhalb des Abonnements richtet sich in erster Linie an die Bevölkerung Salzburgs und der Umgebung.

WAGNER FÜR DIE JUGEND. Besonders bemüht ist man in Salzburg um Kinder und Jugendliche. Die seit 1994 bestehende erfolgreiche Projektreihe »Oper Quicklebendig« wird fortgesetzt. Dabei sollen Schülerinnen und Schüler aus Stadt und Land Salzburg Oper aus unterschiedlichen Blickwinkeln und auch hinter den Kulissen kennenlernen. Die Sächsische Staatskapelle Dresden wird 2013 ihr Kinderprojekt »Kapelle für Kids« in Salzburg vorstellen. Im Zentrum des moderierten Konzerts für Kinder ab sechs Jahren stehen Richard Wagner und das »Siegfried-Idyll«. Christian Thielemann ist einer der größten Wagner-Kenner unserer Zeit.

Er versteht sich nicht nur darauf, dessen musikalisches Werk zu zelebrieren, sondern hat auch eine literarische Annäherung an Richard Wagner unternommen. Seinem Lieblingskomponisten widmet der Dirigent zum 200. Geburtstag ein Porträt. Er erzählt darin von seinen Erfahrungen mit Wagner, führt den Leser durch dessen Werk und spürt jener nie ganz erklärlichen Magie nach, die Wagners Musik so einzigartig macht. »Ich weiß nicht mehr, was in meinem Leben zuerst da war: der Gedanke an Wagner oder der ans Dirigieren.« Richard Wagner war für Christian Thielemann seit Beginn seiner Karriere Herausforderung und Inspiration – musikalisch wie technisch, emotional wie intellektuell. In seinem Buch schildert er auch, wie er selbst zu Wagner kam, was er auf seinem Weg mit dem Komponisten gelernt hat und welche Begegnungen ihn geprägt haben. Er führt persönlich durch die Opern, stellt uns deren Helden vor und schaut in Wagners Giftküche, wo die narkotischsten Klänge der Welt gemischt wurden. Daneben gewährt er einen seltenen Blick in die Werkstatt des Dirigenten. Was muss er alles beachten, wenn er Wagners Zauber am Abend entfalten will? Vor welchen Fallen muss er sich hüten? Und was rechtfertigt noch heute den Mythos, der Bayreuth umgibt? Wagner wurde seit seinem Tod leidenschaftlich verehrt und leidenschaftlich verabscheut. Auch damit beschäftigt sich das Buch. Am Ende macht es jedoch allen, Wagner-Kennern wie Wagner-Debütanten, klar, warum sich ein Leben mit Wagner lohnt. Das reich bebilderte Werk ist kürzlich im Verlag Beck erschienen.

KONZERTREIGEN IN DRESDEN. Auch in Dresden wird der neue Musikdirektor wieder für frischen Wind sorgen. In seiner Antrittssaison leitete Christian Thielemann insgesamt 50 Konzerte der Staatskapelle. Programmatische Schwerpunkte waren die Komponisten Johannes Brahms, Richard Wagner und Hans Werner Henze. Ein weiterer Höhepunkt in der letzten Saison war die Aufführung aller Brahms-Symphonien, die Thielemann im Rahmen der Abonnementkonzerte in Dresden sowie auf Tournee mit der Staatskapelle Dresden zum Besten gab.

Für Thielemann war dies die erste Gesamteinspielung der Brahms-Symphonien überhaupt, für die Staatskapelle die erste seit der mittlerweile legendären Aufnahme unter der Leitung von Kurt Sanderling aus den 1970er- Jahren. Mit zwei Sonderkonzerten gratulierten Thielemann und die Staatskapelle dem Jubilar Richard Wagner zum 200. Geburtstag gratulieren. Thielemann dirigierte in der Frauenkirche »Das Liebesmahl der Apostel«, das Richard Wagner für diesen Bau komponiert hat, sowie Auszüge aus den Dresdner Wagner-Opern »Der Fliegende Holländer«, »Lohengrin«, »Rienzi« und »Tannhäuser«. Letztere war  mit Tenor Jonas Kaufmann in der Titelrolle hochkarätig besetzt. 

 

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